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Wenn dein Leben deine Gefühle fickt

Ich hatte mal diesen Bekannten. Na ja, eigentlich war es damals ein seltsamer Typ vier Jahre älter als ich, der in der Schule immer mit seiner Freundin rumgeknutscht hat, in aller Öffentlichkeit. Ja okay...

Aber dann komme natürlich ich - sehe, dass er ein Emo ist, höre, dass er psychopatische und sadistische Neigungen hat, sehe regelmäßig sein Facebook-Profil an und bin immer wieder entsetzt über seine Art von Humor... und verliebe mich dann in ihn.

Was ging falsch in meinem Kopf? Das frage ich mich seit Jahren jeden Tag. Ich sollte mich daran gewöhnt haben, aber es geht einfach nicht.Kurz nachdem ich, die kleine Neuntklässlerin, mich sinnloserweise in jemandem mit üblem Ruf und den ich nur vom sehen kannte verknallt hatte, kommt eine meiner Freundinnen daher, freundet sich mit ihm an, es läuft was zwischen ihnen, dann verliebe ich mich in sie, und beide sind miteinander glücklich und ich kann keinen von ihnen haben.

Kopfgefickt.

Aber lol, das beste kommt noch. Die Sache ist Jahre her, aber plötzlich ist es aktuell: Auf einer Party habe ich ihn "kennen"gelernt. Es wurde geredet, gechattet, wir verstehen uns, ich bin kurz davor, mich zu verknallen, und wir sind plötzlich Fickfreunde. Was kann schlimmer sein? Wir wissen alle, dass es Fickbeziehungen mit Happy End à la "Freunde mit gewissen Vorzügen" nicht gibt. Das ist Wunschdenken.

Nur, was denke ich denn? Wie immer weiß ich nicht, was in meinem Kopf vorgeht. Es ist, als wäre mein Kopf eine eigene Person, deren Gedanken ich natürlich nicht lesen kann. Und ich bin verdammt neugierig darauf, was ich denke. Dann wüsste ich nämlich, wie es wirklich um mich steht.

Wagemutig behaupte ich also, nicht wieder in ihn verliebt zu sein. Ich finde es auch unwahrscheinlich, dass ich mich zweimal heftig in jemanden verlieben könnte. Beziehungen sind für mich sowieso Abschreckung genug, deswegen wünsche ich es mir auch nicht, verliebt zu sein. Was ich aber weiß, ist, dass ich abhängig von ihm bin. Psychisch. Süchtig nach seiner Anwesenheit und Aufmerksamkeit. Ich fühle mich wie ein Hund, der mit großen Augen bettelt. Ich fühle mich, als ginge ich ihm verdammt auf die nerven mit meiner Existenz, genauso wie ich mir selbst mit meiner Existenz auf die Nerven gehe. Er sagt immer das Gegenteil, aber was weiß er schon? Wenn er tatsächlich nicht lügt, wird er es früh genug merken.

Ah, mein Kopf ist voll. Ich glaube nicht, dass hier jemand was verstanden hat. Ich bin nicht einmal sicher, ob ich alles verstehe. Bestimmt gibt es eigentlich gar nichts und ich schaukle einfach alles viel zu sehr hoch... Jedenfalls bin ich gerade kaputt. Es macht mich kaputt, bei ihm zu sein und meine Minderwertigkeit im Schatten seiner Perfektion zu sehen. Es macht mich kaputt, seine Herablassung, sei sie echt oder eingebildet, zu spüren. Und es macht mich kaputt, NICHT bei ihm zu sein, weil es ist als würde mir die Luft zum Atmen fehlen.

Ich bin so froh dass ich in zwei Monaten weg bin und nicht weiß ob ich wiederkomme...

1.8.16 13:52

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